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First Impressions

Donnerstag, 10.04.2014

  Nach einem langen Flug und einer ungeplanten Nacht im Flughafen Quitos sind wir nach 34 Stunden in der drittgrößten Stadt Ecuadors angekommen. Wir wurden in unserer desolaten Wohnung ersteinmal von einem Haufen bereits lebendig gewordener Nahrungsmittel, dürftigen sanitären Anlagen und Regen empfangen. Nach einem kleinen ersten Schock haben wir versucht unsere Wohnung mit Unterstützung von guter Musik wohnbar zu machen, die schmuddeligen Decken und Kissen in die Reinigung gegeben, die Fenster abgedichtet und versucht den Wasserhahn zum Schweigen zu bringen. Die Stirnlampe erfüllt nachts gute Zwecke v.a. im Bad (großer Dank an Corinna und Michael !). Der Kühlschrank macht uns noch etwas Sorge; man kann ihn nur mit Plastikklebeband anfassen (sonst droht ein massiver Stromschlag),  er schließt nicht mehr und muss dehalb mit einem Stein beschwert werden und drinnen lebt so ziemlich alles was blaue oder grüne Farbe besitzt. Willkommen in Südamarika ! Mittlerweile kennen wir bereits das ecuadoriansiche Bussystem. In den fahrenden Bus hineinspringen und an gewünschtem Ort möglichst rasch wieder hinaushüpfen. Englisch wird hier so gut wie gar nicht gesprochen, daher sind wir auf Hände, Füße und unsere wachsenden Spanischkenntnisse angewiesen. Die Leute hier sind alle super nett und freundlich, was alles sehr viel rosiger erscheinen lässt.

Hasta luego

 

 

  Maden gegen Asthma und Co

Einleben in einer anderen Welt

Freitag, 11.04.2014

Die vielen Eindrücke, das ständig wechselnde Wetter, die Höhe und die bevorstehenden Aufgaben lassen einen sehr müde werden, deshalb jetzt wenig Text und ein paar  Bilder

 

 

Unsere Küche nach 3 Stunden schrubben ;) Living room    Wolkenberge über den Anden

Im Markt Frische Früchte Entlang des Tomobamba

Cuenca - Stadt der Gegensätze

Samstag, 12.04.2014

Nach unserer heutigen Einweisung in ecuadorianische Waldinventurmethoden (Einfluchten mit Kompass bzw. per Augenmaß, wenn dieser mal wieder kaputt ist und Bestimmung der Bodendichte mit scheinbar selbsterdachten Konstruktionen) sind wir nachmittags in eine deutlich belebtere Stadt zurückgekehrt. Morgen ist Stadtgründungstag und daher  in Cuenca alles was Beine oder ähnliches besitzt das gesamte Wochenende auf der Straße unterwegs. Es gibt Musik und überall Menschen, die verschiedenste Dinge verkaufen möchten. Die Stadt wird getrennt durch den Fluss Tomebamaba, der neben den Zwecken der Naherholung auch zum Wäschewaschen genutzt wird. Der Nördliche Teil der Stadt ist eher von großer Armut, kleinen heruntergekommenen Geschäften, Gemüsehändlern und Straßenhunden geprägt. Hier trifft man zumeist auf indigene Einwohner. Hier wohnen auch wir . Der Süden hingegen ist vergleichbar mit einer europäischen Stadt mit Luxuswohnungen und großen Einkaufszentren ausgestattet. Die Preise in diesem Teil Cuencas sind vergleichbar mit denen Münchens. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist selten so deutlich sichtbar, wie hier. Aber dieses Wochenende sind alle mit gleicher Freude erfüllt und diese Distanz scheinbar überwindbar.

Also starten wir in 2 aufgregende und laute Tage .

 

PS: beim Klicken auf das Foto, kann man auch den Kommentar dazu lesen

 

Wäsche waschen im Tomebamba Indigene Bevölkerung Hauptplatz in Cuenca

la conmemoración de la fundación de la Ciudad y Domingo de Ramos

Sonntag, 13.04.2014

Dieses Wochenende war in Cuneca einiges geboten. Das Stadtgründungsfest mit diversen Veranstaltungen und der heutige Palmsonntag.

música callejera La cathedral vieja Traditionnelle Tracht mit Panama Hut :) und nocheinmal ;)

An Domingo Ramos (Palmsonntag) finden hier in jeder der zahlreichen kleinen und großen Kirchen Prozessionen statt. Jeder Kirchgänger erwirbt einen der zahlreich verkauften Blumen- und Palmbüschel, um am Gottesdienst teilzunehmen. Ein sehr schöner Brauch, ein bisschen ähnlich wie Fronleichnam oder Maria Himmelfahrt bei uns. Alle Kirchen sind voll und jeder ist mit Stimme und Herz dabei.

Zeitgleich fand ein großer Stadtlauf in Cuenca statt. Ähnlich einem Halbmarathon, so mussten wir an einer Straßenkreuzung über 10 min warten, um auf die andere Seite zu kommen, da die Schlange der Laufenden kein Ende nehmen wollte.

Unsere Stadterkundungstour verschlug uns schließlich ins Museum Pumapungo, in dem sehr anschaulich die Geschichte der verschiedenen Volksstämme Ecuadors bis heute erklärt und zeitgenössiche Kunst ausgestellt war. Hinter dem Museum schloss sich ein riesiger Park an, der verschiedene Augrabunsstätten der Inkas, sowie eine Vielfalt an Pflanzen und Vogelarten bereithielt. Ein wirklich sehr schöner Ort, ganz ruhig und angenehmes Klima .

Jetzt werden wir uns hier noch ein bisschen an unsere Exceltabellen zur Biomasseerhebung setzten und uns in die Vegetation Páramos einlesen.

 

Ecuadorvideo

Montag, 14.04.2014

Hier ist noch ein nettes youtube Video über Ecuador :

http://www.youtube.com/watch?v=hA1HxRp7sAY

natürlich sind hier nur die schönsten Seiten gezeigt, ist ja auch ein Reisewerbungsvideo , aber Cuenca ist ganz schön dargestellt.

 

Auf nach Loja

Mittwoch, 16.04.2014

So langsam haben wir uns hier schon richtig eingelebt. Wir wissen, welcher der drei Schlüssel bei den jeweiligen Schlössern des 180 Jahre alten Hauses in welche Richtung gedreht werden muss, können uns geschickt an der Wohnung der Vermieterin vorbeischleichen, ohne dass der Hund aufwacht und sind es gewohnt, dass das Licht ausfällt, sobald einer den Wasserhahn aufdreht (allerdings ist uns letzteres noch nicht ganz verständlich). Auch der sonstige Alltag, wie Dinge in die Wäscherei zurückbringen, die man nicht so ganz sein Eigen nennen kann und völlig unabhängig von der gerade blinkenden Farbe der Ampel einfach über die Straße zu laufen in der Hoffnung, dass der rasende Fahrer hält, ist uns mittlerweile so geläufig, dass man es sich anders kaum mehr vorstellen kann. Schwierig ist für uns hier noch ein bisschen das Organisieren und Planen...so etwas kennt man hier nicht wirklich und das macht es ein bisschen schwer. Mit unseren Datenaufnahmen konnten wir bisher noch nicht nicht beginnen, da noch ein Vertex-Höhenmesser per Post nach Cuenca unterwegs ist und vor dessen Eintreffen ja sowieso nicht begonnen werden kann, zudem stehen uns die notwendigen Fahrzeuge nur an Donnerstag-Samstag zur Verfügung. Ob wir dann nächste Woche beginnen ist noch unklar, denn vielleicht findet da ein Workshop für Bodenproben statt, das weiß aber bisher noch keiner so genau... also vielelicht ist bis dahin ja auch der Vertex da, aber vielleicht auch nicht und viellecht werden die Fahrzeuge da doch anders benötigt, aber das kann einem auch keiner sagen... also alles ein bisschen schwierig... diese Planungssicherheit ist sehr schön, wenn man einfach mal ein bisschen von der deutschen "Überplanung" wegkommen möchte, aber schwierig, wenn man die Daten einfach braucht...aber scheinbar ist das dann auch nicht so schlimm, den durch einen Tagesaufenthalt in Peru lässt sich der Aufenthalt in Ecuador wohl für weitere 3 Monate ohne Visum verlängern...

Wir versuchen einfach Vorarbeiten, wie Literaturrecherche oder Entwürfe von Excel-Tabellen zu machen und die restliche Zeit Cuenca und Umgebung zu entdecken. Da wir nun sicher bis Ostermontag keine Aufnahmen machen werden, nutzen wir die Gelegenheit, um unsere Kollegen in Loja zu besuchen, Vilcabamba zu besichtigen und einen Ausflug in den Podocarpus Nationalpark zu machen. Wenn man den googelt gibt es tolle Bilder . All die super Tipps zwecks Anreise und schönen Orten haben wir von einer sehr netten ca. 24 jährigen US-amerikanischen Nachbarin, die seit 2 Jahren hier ihren Volunteerdienst absolviert.

Also jetzt ist es hier ein paar Tage still, aber dann gibts schöne Fotos .

Buenas noches !

Loja

Sonntag, 20.04.2014

Unser erster Zwischenstopp unsrer Reise in den Süden war Loja.

Eine Stadt ca. 108 km von der peruanischen Grenze entfernt. Das einzig wirklich besondere ist das "Walt Disney Stadttor" . Leider wurden die meisten alten Kolonialhäuser bereits abgerissen und in neuem Format wieder errichtet, so dass der ursprüngliche Charme der Stadt fehlt.

 

Wir versuchten dann möglichst rasch mit einer der Bussettas nach Vilcabamba zu kommen.

Vilcabamba

Sonntag, 20.04.2014

Das Tal der Hundertjährigen

Vilcabamba ist bekannt für eine angeblich hohe Lebenserwartung seiner Bewohner. 60 der 2000 Dorfeinwohner sind nach eigenen Angaben über hundert Jahre alt. Zu verdanken sie dies dem besonderen Heilwasser der Region. Wir haben zwar auch fleißig vom Jungbrunnen getrunken, allerdings denken wir das hohe Alter liegt eher an der mangelnden Kenntniss über den Geburtszeitpunkt und so sind alle die alt sind, einfach über hundert .

Wir haben eine wirklich paradisische Lodge hoch oben in den Andenausläufern gefunden und nach langem wieder ein richtiges Bett genossen .

 

Ja das Foto ist echt .

Gestärkt von der erholsamen Nacht und dem Wasser, das ewig jung hält, haben wir uns zu Fuß zur weiteren Umgebungserkundung aufgemacht. Nach diesen Tagen wissen wir: wir sind backpackingfähig .

Die Ausläufer des Podocarpus Nationalparks zeigen eine variätetenreiche Vegetation, die von Bombacaen über Cacteen einiges zu bieten hat...allerdings eher die Trockenzeiger...

Nach unserer Tour haben wir uns wieder in eine der Bussettas gesetzt und sind mit viel Gewackel nach Loja und nach einigen Schwierigkeiten letzlich an der ECSF (Estación Científica San Francisco) angekommen.

 

 

 

Tropischer Bergregenwald

Sonntag, 20.04.2014

Von der Straße aus nicht sichtbar und deutlich verborgen in all dem Grün liegt die für alle Förster berühmtberüchtigte und aus diversen Vorlesungen bekannte ECSF.

 

Die Begrüßung war, sehr überschwänglich, zumindest von einem der Stationshunde, der Rest der Crew hat sich da eher zurückhaltend mit leichtem Nicken geäußert... naja Wissenschaftler halt...der Hund hat uns, und ganz besonders meine Schuhe, allerdings so sehr ins Herz geschlossen, dass ich sie dreimal suchen musste und sie scheinbar egal, wo ich sie versteckt habe, seiner Nase nicht entkommen konnten. Aber er hat sich immer so gefreut, da ist es einem echt schwer gefallen zu schimpfen...

Die Zimmer haben einem einen ähnlichen Willkommensgruß bereitet, wie das gerade anwesende Team und so haben wir uns auch recht bald in unsere Gemächer zurückgezogen. Diese mussten wir auch nur mit ein paar Achtbeinern teilen, denn der Rest unserer Zimmergenossen war im Trockenwald Bombuscaro oder so unterwegs... die anwesenden Tiere, vor allem die größeren Exemplare der eigentlich sehr kleinen Tiere, haben sich alle sehr über unsere Gesellschaft gefreut und wollten allesamt am liebsten in Bettnähe nächtigen, wovon man sie auch nicht abbringen konnte...

Am nächsten Morgen haben wir uns dann alleine auf Regenwaldtour gemacht und den Tropischen Regenwald mal so live erlebt. Um dorthin zu kommen, muss man allerdings eine logistische Herausforderung stämmen: Der Seilzug über den Rio San Francisco:

Vorgehen wie folgt: Teamarbeit ist hier besonders wichtig ! :

1.mit vereinten Kräften das Gefährt an das eigene Ende des Flusses ziehen, dabei darauf achten die  Finger nicht in die Umlenkrollen zu bringen

2. Einer hält fest bis der andere eingestiegen ist

3. der im Gefährt Sitzende versucht das Gewicht des Gefährtes + das eigene zu stämmen, um dem Partner das Einsteigen zu erleichtern.

4. beide sitzen, es kann losgehen

5. ab der Mitte des Flusses, in etwa 12 m Höhe muss wird wieder mit vereinten Kräften gezogen, um ans andere Ende zu glenagen, dann folgt Punkt 2+3 in umgekehrter Reihenfolge

Leider kann ich unser Supervideo davon hier nicht hochladen, aber man kann es auf facebook ansehen .

Auf der anderen Seite angekommen, haben wir dann unsere Wanderung durch die topische Vegetation begonnen.

Außer ein paar Spinnen, Schmetterlingen und einem freilaufendem Pony haben wir leider wenig von der dortigen Fauna entdeckt. Die Vögel konnten wir nur hören... vielleicht waren sie auch zu scheu...

Abends haben wir auf der Station noch einer spanischen Doktorantin zwecks Biodiversitätsversuchen geholfen Fruchtattrappen aus Knete herzustellen...also so was ist wohl auch Wissenschaft...

Am nächsten Morgen ging es dann zurück nach Cuenca. Wir hatten das Glück, dass uns eine kleine Bussetta auf der Straße aufgegabelt hat und wir dann mit der vierköpfigen Familie (Oma, Opa, Papa und dem kleinen Elias) direkt die 5 Stundenfahrt antreten konnten und nicht nocheinmal zurück nach Loja mussten. Die Fahrt lief auch bis auf kleine Motorschwierigkeiten ohne Probleme.

 Als Kind hat man hier den Vorteil trotz ca. 80 km/h nicht im Kindersitz, sondern vorne zwischen dem Fahrer und Beifahrer sein Bett mit Keksen und Eistee aufzuschlagen...

Endlich angekommen, haben wir dann wieder unser Zuhause bezogen und den Tag mit der Feier der Osternacht in der Kathedrale abgeschlossen.

¡Felices Pascuas!

   

Ostern und Panamahut

Mittwoch, 23.04.2014

Erstmal danke für all die lieben Kommentare und "Fotolikes" auf facebook  ! Das freut mich immer sehr  !

Nach unserem ersten richtig langen Unitag heute (8,5 Std.!!! und das ohne der drei hier sonst üblichen langen Pausen  ) komme ich leider erst jetzt dazu noch ein wenig über die letzten Tage zu schreiben.

Ostern wird in Ecuador sehr feierlich in allen Kirchen begangen. Nach dem Gottesdienst läuft allerdings das ganz normale Leben ab. Der Markt ist geöffnet, die Straßen sind belebt und es gibt auch überall das normale Reis-mit Linsen u./o. Hühnchen-Mittagessen. Seltsamerweise lief in einem der kleinen Restaurants auch die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens auf Großleinwand... Ostereier habe ich hier keine gefunden. Vielleicht liegt es daran, dass außer ein paar Ratten, Katzen und Hunden hier wenig herümhüpft, das sich als Osterhase eignen würde oder es zu wenig eierkonservierende Versteckmöglichkeiten gibt... Auch die Schokoladen-Krokant-Version haben wir hier vergeblich gesucht. Das wird dann nächstes Jahr wieder nachgeholt  .

Wir haben somit in den letzten beiden Tagen unsere üblichen Spaziergänge duch Cuenca gemacht und nun schon so ziemlich jede Ecke der Stadt abgelaufen. Da es hier doch einige Museen gibt und wir bisher nur das der Ecuadorianischen Ethnologie besucht haben, hat uns unser Rundgang diesmal ins Panamahutmuseum geführt. Hier wird nach traditioneller Weise das alte Handwerk ausgeführt und man bekommt als Besucher auch eine Gratisführung. Der Panamahut stammt urprünglich aus Ecuador, also eigentlich ist es ein „Ecuadorhut“ und wurde meist nach Panama exportiert. Er wird auch heute noch in Handarbeit gefertigt, was je nach Feinheit der Faser 2 Tage bis 5 Wochen dauern kann, und anschließend in kleinen Fabriken, wie dem Museum, mit Hilfe von Luft-oder Wasserdruck in die richtige Form (davon gibt es 50 verschiedene) und Größe (hier nur 3  ) gepresst. Mit einem Hammer wird dann der ganze Hut nochmal weich geklopft, so dass man ihn bei Bedarf auch einrollen und irgendwann später auch möglichst wieder ausrollen kann. Dann gibt es noch ein schönes Band drumrum (auch Handarbeit) und fertig ist der Panamahut.

 

Vor allem die älteren Damen Cuencas legen besonderen Wert auf ihren Hut! Neben dem traditionellen Rock (bolsicón) gehört zur standesgemäßen Kleidung die weiße Kopfbedeckung. Also so viele hütetragenden Damen wie hier, habe ich wirklich noch nirgends gesehen. Aber nicht nur die Ecuadorianer, auch die Amerikaner und Europäer begehren dieses kostbare Accessoire und so wird der Hut fleißig in alle Welt verschickt. Der „Fotohut“ hier ist natürlich kein echter Panamhut, sondern mehr das Modell „Ascot“. Naja alle die mich kennen, wissen warum .

Nachdem wir nun heute in mühevollster Kleinarbeit Plots auf Karten gesucht und GPS-Daten identifiziert haben, wurde uns die restliche Woche freigegeben...Ab nächsten Donnerstag geht es dann wohl in 3-Tages-Campingsessions jeweils von Deonnerstag bis Samstag ins Gelände, an den anderen Tagen werden die gesammelten Proben dann getrocknet und gewogen... mal sehen ob das alles so klappt...

Damit wir unsere viele Freizeit nutzen können, machen wir uns wieder für ein paar Tage auf die Reise, diesmal in den Norden  ! Auf zum Äquator, der Hauptstadt Quito, dem risiegen Markt in Otavallo und den Thermalquellen von Baños  !

 

Wieder in Cuenca

Mittwoch, 30.04.2014

Wir sind wieder zurück in Cuenca. Leider waren die 10 Stunden Busfahrt und der heutige Tag an der Uni sehr anstengend, deshalb gibt es erst morgen die Berichte der letzten Tage . Jetzt gehts erstmal ins Bett .

Der Norden Ecuadors - Quito

Donnerstag, 01.05.2014

So nun kommen die Berichte der letzten Tage .

Nach einer 10-stündigen Fahrt mit dem Nachtbus entlang der kurvigen, nicht gerade magenschonenden "Panamericana", erreichten wir die Hauptstadt Quito - anderen auch als Gaskammer Ecuadors bekannt. Die bereits um 6.30 morgens mit Bussen und Taxis vollgefüllten Straßen lassen einen die Auswirkungen der filterlosen Kraftstoffverbrennungsanlagen nicht nur auf Lunge und Augen, sondern auch durch schwärzliche Färbung auf der Haut spüren... ja man weiß nach einem 1 stündigen Marsch zum Hostel, warum man sein Studium mehr in Richtung Natur hin ausrichten wollte...

In unserem 8-Bett-Zimmer angekommen, machten wir uns schnell auf den Weg in die Altstadt Quitos, die zumindest laut Reiseführer als sehenswert angepriesen wurde. Es finden sich dort sehr viele Kirchen aus der spanischen Kolonialzeit (16. Jh.), die meist prunkvoll geschmückt und gestaltet, jedoch hinter dem Entstehungshintergund eine etwas schwierige Sache sind... viel der damals dort herrschenden Kultur wurde durch die Konquistadoren umfunktioniert und "europäisiert" und so gleichen die dortigen Hauptbauwerke denen in Barcelona oder Madrid...

 

Nach einer Führung durch das Kloster und die Kathedrale San Franciso

machten wir uns wieder, durch das Großsstadtgetümmel hindurch, auf zu einem der Botanischen Gärten Quitos. Man sucht als Förster ja doch immer eher so die grüne Umgebung...

Hier konnten wir die einheimischen Orchideen bewundern und ein bisschen Ruhe und frische Luft tanken. Zurück zum Hostel ging es dann wieder mit dem Bus (Esel und Lamas standen nicht zur Verfügung, Züge gibt es in ganz Ecuador nicht, Fahrradfahren ist lebensgefährlich und zu Fuß geht es nicht länger als 60 min, danach droht Atemnot)...in Quito nicht ganz so einfach...

Zum einen verfügt die Stadt über ein äußerst difficiles und auch verwirrendes Busssystem:

Zum anderen ist vor allem während der Rush hour diese Möglichkeit des Fortkommens derart beliebt, dass man zum Teil 3-4 Busse abwarten muss, bis man sich endlich in einen hinein zwängen kann. Für 25 ct hat man dann gleich alles inklusive: wirklich sehr engen Kontakt mit der ecuadorianischen Bevölkerung, ein möglichst rasches Fortkommen, Bauchmuskeltraining um bei der waghalsigen Tour standfest zu bleiben und Teleshopping ohne Fernseher.

Denn selbst in den vollsten Bus passen immer noch ein bis zwei Leute, die gerne ein paar ihrer Produkte anpreisen, sei es Schokolade, Wischmops, Stifte, Eis, Obst oder selbst gekochte Bohnen mit Kartoffeln. Auch die Frage wie man Familie und Beruf unter einen Hut bekommt stellt man sich hier nicht. So wird der kleine Erdenbürger einfach, sobald er Hunger hat, mit einem großen Tuch auf die Vorderseite gebunden, und kann dann beliebig jederzeit anzapfen während die Mama Bonbons verkauft. Aufgrund der rasanten Tour ist die Milch möglicherweise auch schon gut durchgeshaket und die Kleinen eigentlich ganz zufrieden.

Selbst wenn es so etwas wie einen groben Richtungplan für diese Busse gibt und man nach mehrmaligem Nachfragen auch den richtigen erwischt, kann es durchaus sein, dass dieser kurzfristig seine Tour ändert und man für einen äußerst geringen Preis eine Stadtrundfahrt bekommt. Auch das Wahrzeichen der Stadt "die Jungfrau Quitos"  - el Panecillo gennannt haben wir dadurch aus nächster Nähe gesehen, obwohl in jedem Reiseführer stand, diese sei nur mit einem Taxi zu erreichen....

Nach dieser Stadttour sehnen wir uns nach unserem kleinen ruhigen Cuenca zurück...

Aber hier nochmal Quito bei Tag und bei Nacht:

 

Reise zur Mitte der Erde - Mitad del Mundo

Donnerstag, 01.05.2014

Nach unserer Großsstadttour machten wir uns auf zum höchsten Punkt des Äquators. Ein Franzose hat diesen bereits 1736 gedacht gefunden zu haben, allerdings hat er sich um ca. 200 m verschätzt.

Dennoch steht an jenem Ort ein prunkvolles Denkmal, das bewundert werden kann.

Das ist die kleine Kugel da im Hintergrund...

Wir wollten natürlich lieber zum richtigen Mittelpunkt und so sind wir in das 200 m entfernte Museum gelaufen, in dem man sich durch verschiedenste Experimente davon überzeugen konnte wirklich auf der Äquatorlinie zu stehen. Zudem hat das damals dort lebende Volk aufgrund von Sonnenuhren diese Besonderheit bereits herausgefunden. Hätten die Franzosen mal besser denen vertraut...

 

Auf der Äquatorlinie ist die Corioliskraft außer Kraft gesetzt, das Eigengewicht um ca. 1 kg vermindert und das Balancieren auf einer Linie mit geschlossenen Augen beinahe unmöglich.

Nach einem Stempel im Pass mit den Koordinaten 0´0´0´ konnte man im Museum noch einiges über die Huaorani (Waorani) lernen. Für interessierte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Huaorani oder googeln und nach Bildern suchen...

So lernten wir, dass die Meerschweinchen, die in den kleinen Hütten mitleben durften nicht nur als Nahrungsquelle dienten, sondern auch durch die Art ihres Quiekens den Hauseigentümern Auskunft über die Gäste geben konnten. Laut und schrill = böser Mensch -> raus damit; ruhig und melodisch -> darf drinnen bleiben.

Auch konnten wir unseren dritten echten Schrumpfkopf sehen und bekamen die Anfertigung und den Hintergrund dieser Trophäen nochmals erläutert. Die Fotos habe ich jetzt hier mal weggelassen... ist ja nicht so Jedermanns Sache...

Auch hierzu gibt es Internetquellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schrumpfkopf oder nette youtube-Videos.

In manchen Teilen Amazoniens wird dieser Brauch noch gepflegt, allerdings meist nur noch mit Tieren.

Der bunteste Markt Ecuadors - Otavallo

Donnerstag, 01.05.2014

Ca. 2 (laut Reiseführer) bzw. 4 (eigene Erfahrung) Busstunden von Quito entfernt befindet sich die kleine Stadt Otavallo, die durch ihren farbenfrohen Handwerks- und Tiermarkt in ganz Ecaudor bekannt ist. Das sletsme an diese Handwerkskunst ist allerdings, dass sie wohl alle die selben Fabren, Muster und Größen herstellen und somit jeder 5. Stand identisch ist. Aber egal, wir haben trotzdem alle angeschaut .

Nach diesem Auflug weiß ich auch, dass man mit chinesichen Restaurants in Ecuador eher etwas vorsichtig sein sollte, denn selbst wenn man eine vermeintlich "harmlose" Reissuppe bestellt, ist man doch überrascht, was sich in den Tiefen des Tellers so alles finden lässt...

Mindo

Donnerstag, 01.05.2014

Entgegen unserem eigentlichen Plan, die Thermalquellen von Baños aufzussuchen, machten wir uns auf in das kleine Dorf Mindo, das inmitten des Nebelregenwaldes Ecuadors liegt. Auf unseren  Wanderungen um unser Hostel konnten wir zahlreiche Vögel und Schmetterlinge sehen. Leider waren die meisten zu schnell, um sie schön fotografieren zu können, daher hier nur ein paar Exemplare der bunten Tierwelt:

Die meisten Gästehäuser in Waldnähe hatten in ihren kleinen Gärten "Kolibrifutterstationen "und "Futterbäume" für Eichhörnchen, Tukane und Co.

So konnten wir bei einem gemütlichen Frühstück dem bunten und zum Teil wirklich sehr stressigem Treiben der Vögel zu sehen.

 

Ca. 45 min Fußmarsch außerhalb der Stadt befand sich ein Schmetterlingshaus, in dem einem die bunten Falter mit ein bisschen Glück und viiiiiel Bananenmatsch am Finger auch auf die Hand geklettert sind.

Und hier noch ein paar Eindrücke von Mindo und unserer Wanderung .

     

 

Morgen geht es nun endlich los mit unseren Aufnahmen in den Inventurplots (diesmal 3700 m ü N.N) .

Ausgerüstet mit Schal, Mütze, Schlafsäcken, Knäckebrot und Wasser geht es um 5.45 Uhr los.

Wir melden uns wieder am Sonntag .

Hasta luego

Bootcamp ???

Sonntag, 04.05.2014

Am Donnerstag ging unsere Reise hoch hinauf ins Gebirge los. Die Landschaft hier ist wirklich unglaublich, wunderschön und auch ein bisschen trostlos zugleich.

Das alles wäre bei 15 Grad mehr auch kein Problem. Für Menschen mit Raynaud-Syndrom werden solche Tage in der Wildnis allerdings recht schnell zum absoluten Höllentrip...

Die Nächte verbrachten wir in einer Hütte, die weder Strom, noch Heizmöglichkeiten noch fließendes Wasser hatte. Die Außentemperatur betrug nachts um die 0° C. Das Haus hat keine Isolation und so spürt man den Ostwind, der durch die Ritzen in der Wand hereinströmt, auch im  Schlafsack liegend.

Meine Versuche mich zusätzlich mit einer Rettungsdecke nachts irgendwie warm zu halten sind gescheitert und so bin ich mehrmals vor Kälte aufgewacht, hatte am morgen zwei blau-weiß gefrorene Füße und konnte meine Zahnbürste aufrgund der Taubheit meiner Fingern nicht halten. Ein Spaß ist das leider nicht...

  

Um 5.30 Uhr klingelte Carlos Wecker und um irgendwie warm zu werden gab es mit Hilfe eines kleinen Gaskochers eine Tasse Tee. Dann ging es relativ rasch los auf die eisigen Flächen.

Zuerst versucht man den im Computer mit zufälliger Auswahl getroffenen GPS-Punkt im Gelände zu finden. Dabei sind wir oft ein Stück mit dem Auto durch das Gelände gefahren und dann zu Fuß weiter. Manchmal sind das sehr große Umwege.

Auf dem Foto sieht man auch das "kleine" rote Auto.

Oft muss man dann versuchen unter den Stacheldrahtzäunen hindurch zu robben und sollte dabei möglichst nicht völlig nass werden. Es gibt unterwegs keine Ersatzkleidung.

Am Punkt angekommen beginnt das Anlegen des Plots mit Hilfe von Kompass und Fluchttstäben, was bis zu einer Stunde dauern kann und für mich eine Herausforderung darstellt die Körpertemperatur irgendwie konstant zu halten (Am dritten Tag wurde ich dann manchmal dafür eingesetzt im Weg stehende Bäume abzusägen, um ein bisschen wärmer zu werden. Das ist leider nicht ganz so leicht mit tauben Fingern aber die Zeit vergeht schneller und es wird wirklich ein bisschen wärmer). Die zum Teil starke Hangneigung und das überkniehohe Páramogras machen das Fortkommen ein bisschen schwer und alles läuft sehr langsam ab.

Ist der Plot dann endlich fertig, beginnt das Außmessen des BHD, der Höhe, der Kronendurchmesser und gegebenfalls der Astungshöhe der Kiefern. Der andere Teil der Gruppe versieht die Bäume mit durchnummerierten Metallplättchen und misst die Kronenbedeckung des Bestandes. So geht das dann den ganzen Tag weiter. Das Wetter schwankt hier sehr stark und so kann man am Mittag plötzlich in der warmen Äquatorsonne  und 10 min später von Regenschauern durchnässt und eisigem Ostwind bibernd unter den Kiefern stehen.

Nass zu werden ist nicht so schlimm, wenn man weiß, dass man abends in ein warmes Haus zurück kann, in der frische Kleidung wartet. Wenn man aber durchnässt um 18.30 Uhr zurück in eine stockfintsere eiskalte Hütte kommt ist der Outdoorspaß begrenzt.

So kann man nur versuchen möglichst schnell im Schlafsack zu liegen, der aber trotz allem zu kalt ist, wenn der Körper einfach kaum mehr Eigenwärme produziert.

Das alles klingt jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wenn man drei Tage durchgehend gefroren hat, der ganze Körper auf Notstand umschaltet und man sich nur wünscht, dass die Stunden irgendwie vergehen ist es vielleicht verständlich.

Ich weiß nicht genau wie die nächsten Wochen weitergehen... Wir haben erst 1 von 8 Plantagen vermessen. Ich werde versuchen Thermosflaschen zu kaufen und noch mehr Kleidung einzupacken. Das Problem ist nur, dass Kleidung nur dann warm hält, wenn der Körper Wärme produziert und wenn das zu gering ist, weil der gesamte Stoffwechsel heruntergefahren wird, dann hilft das auch nicht mehr... ich werde irgendeine Lösung finden. Von Dienstag bis voraussichtlich Samstag sind wir nochmal draußen. Da muss ich mit, vielleicht gibt es dann eine Möglichkeit von Cuenca aus unterstützend tätig zu sein. Sonst komme ich mit ein paar Fingern oder Zehen weniger zurück nach Deutschland...

Ich bin unseren Mitarbeitern an der Uni in Freising sehr dankbar für die vielen und detaillierten Informationen, die sie mir vor der Reise haben zu kommen lassen und hoffe selbst einmal ein deutlich besserer Organisator sein zu können.

 

Outdoor-shopping in Cuenca

Dienstag, 06.05.2014

Wir haben jetzt alle verfügbaren Outdoorgeschäfte in Cuenca aufgesucht und so ziemlich alles gekauft, was irgendwie warm hält. Zusätzlich wird der Speiseplan mit Cayennepfeffer, Zimt, Ingwer und Chili erweitert.  Am Mittwoch geht es wieder für 4 Tage hoch in die Kälte.

Wir hoffen diesmal wird es besser :) .

Campingsession Nr.2

Sonntag, 11.05.2014

Warum hier in Ecuador so wenig geplant wird, ist uns jetzt viel klarer geworden... es kommen einfach immer viele unvorhergesehene  Dinge dazwischen und von denen hatten wir diesmal eine ganze Menge . Nachdem wir am Dienstag noch allerhand Dinge besorgen mussten (Motorsäge, Nägel...) sind wir am Mittwoch in aller Frühe losgestartet. Auf der Hälfte der holprigen Tour ist Carlos eingefallen, dass er den Schlüssel zu unserem Feriendomizil (siehe vorletzter Eintrag) leider vergessen hatt. Also alles wieder zurück und dann nochmal los...

Wir haben dann auch noch drei Plots geschafft und konnten somit die Plantage dort als "fertig" abhaken.

Nach einer sehr windigen Nacht sind wir wieder früh los, um uns unseren Biomasseerhebungen zu widmen (also ganzer Baum ausgraben, inkl. Wurzeln, das ganze Zeug in Tüten verpacken, wiegen und mitnehmen). Das klingt jetzt alles nicht so schwer, ist allerdings bei strömendem Regen nicht ganz so spaßig, sondern nur viel Dreck, viel Nass und viel kalt... egal ... wir haben es irgendwie durchgezogen.

Völlig durchnässt, mit 500 Tüten nach einer halben Stunde Fußmarsch am Auto angekommen mussten wir leider feststellen, dass der Schlüssel noch im Auto war und alle Türen automatsich verschlossen...

Handynetz gab es nicht und der Marsch zurück zur Hüte hätte ca. 1,5 Stunden gedauert...

Also blieb uns nichts anderes übrig als am Auto auszuharren und abzuwarten bis Carlos eine neue Idee hatte...

Diese war zu versuchen irgendwoher Stacheldraht zu bekommen und die Tür aufzubrechen. Nach ca. 1 Stunde konnten wir tatsächlich wieder losfahren .

Da alles völlig aufgeweicht war sind wir zum Neuorganisieren möglichst rasch nach Cuenca zurückgefahren, um am nächsten Morgen mit neuer Energie und aufgewärmt zu starten.

Zur neuen Plantage mussten wir in die andere Richtung 1,5 Studen holprige Straßen nehmen. Diese Gegend war auch etwas bewohnter, was sich noch als sehr nützlich herausstellen sollte...

Aufgrund des vielen Regens waren die "Straßen" eher rutschige Matschpisten udn so sind wir bei der Fahr zu unserem ersten Plot alle im Graben gelandet.

Bei alldem Pech hatten wir alleridngs noch Glück, den auf der anderen seite wäre es ca. 300 m nach unten gegangen.

Diesmal hat auch das Handy und die nette Bewohnerschaft der Tutupaligegend unglaublich viel geholfen und Carlos ist am frühen Abend nach zwei Stunden Fahrt auf einem Bagger mit zwei Männern gekommen, um unser Gefährt wieder herauszuziehen. Wir waren alle mal wieder ziemlich nass, da wir am Nachmittag versucht haben zu viert zwei Plots anzulegen. Allerdings hatten wir nur die Hälfte der Materialen dabei, also alles so ein bisschen umsonst...

Ich bin dann ein bisschen früher zurückgegangen (1,5 Stunden Fußmarsch), da ich weder meinen Zehen noch Finger spüren und habe versucht mich mit dem Gasherd auseinanderzusetzen, der mich ersteinmal mit einer heftigen Stichflamme begrüßt hat.

Der Abend war trotz allem sehr schön, wir konnten viel lachen, hatten sogar mal elektrisches Licht und in einer netten Runde ist so vieles gleich leichter .

Am nächsten Morgen haben wir dann das Auto nach 1 km stehen gelassen und sind den Rest der Strecke (1,5 Std.) zu Fuß weiter. Ich bin unseren ecuadoriansichen Jungs Dario und Marco, sowie auch Kathrin sehr dankbar für das viele Schleppen des Equipments... mir wird meistens alles mit heftigestem Kopfschütteln aus der Hand gerissen und so muss ich meist nur meinen Rucksack mit diversen "Wieder-Auftaumitteln" , sowie eine Schaufel tragen.

Es hieß dann wieder unter Kiefern kriechen, Maßband anlegen, alles auf mittlerweile mehr als davonschwimmende Blätter zu schreiben und irgendwie versuchen den Tag zu überstehen.

Hier ist die Inventur auch nicht mit Fichtenwäldern zu vergleichen, die Baumexemplare haben hier meiste eher dies Form:

 

Gegen 18.30 Uhr sind wir dann gestern wieder in Cuenca angekommen und ersteinmal unter die Dusche und dann ins Bett gefallen.

Meinem Schutzengel bin ich sehr dankbar für die vielen Einsätze in den letzten Tagen und ich hoffe er kann sich jetzt ein bisschen erholen.

Trotz allem bin ich sehr dankbar für all die Dinge, die mir sonst geschenkt werden und hoffe sehr auch die Menschen hier in den Dörfern können irgendwie ein bisschen Lebensglück empfinden.

Das ist ein ecaudorianischer Rollstuhl...

 

Biomasse in Ecuador

Samstag, 17.05.2014

Gestern sind wir losgezogen um 2 unserer 10 Biomassebäume "zu schlachten".

Wir hatten auch sehr viel Glück mit dem Wetter und die Regenwolken, die uns sonst meist den ganzen Nachmittag gemeinsam mit starkem Ostwind treu zur Seite gestanden sind, haben sich diesmal entschieden ein paar andere Flächen zu bewässern, was unsere Arbeit extrem erleichtert hat. Bei schönem Wetter und untertags kann man es doch ganz gut aushalten. Nur die eisigen Temperaturen in den Nächten und der stundenlange Dauerregen machen es recht umgemütlich dort.

Wir konnten neben einer wunderschönen Landschaft auch 3 Karakara (http://de.wikipedia.org/wiki/Schopfkarakara) und 2 Rehe sehen .

Aufgrund der langen Fußmärsche haben wir nur die nötigsten Messgeräte mitgenommen und mussten dann etwas improvisieren, um an unsere Daten zu kommen.

Dario hat sich als excellenter Baumkletterer zum Höhenmessen ausgezeichnet und auch sonst waren unserere Jungs extrem fleißig.

Zweimal täglich rund 25 kg Wurzeln auszugraben und nebenbei das Equipment durch das hohe Páramogras zu schleppen ist wirklich anstrengend.

 

All die vielen Proben müssen nun zerkleinert, getrocknet und gewogen werden und ich hatte jetzt das "Glück" diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und die nächsten 2 Tage in Cuenca zu bleiben (wofür ich auch sehr dankbar bin), während Kathrin, Carlos, Marco und Dario nochmals zu den Plantagen in Tutupali gefahren sind um in 2 weiteren Plots die Inventur zu machen.

Update

Donnerstag, 22.05.2014

¡Hola!

jetzt gab es längere Zeit keine großen Neuigkeiten und auch recht wenig Zeit, daher erst jetzt wieder ein Blogeintrag ...

Wir versuchen hier relativ zügig mit unseren Aufnahmen voran zu kommen.

Letztes Wochenende haben wir noch ein paar Tipps einer Doktorantin aus Deutschland bekommen, die mal hier vorbeigeschaut hat.

Da der Trocknungsofen der Uni von Montag-Mittwoch durchgehend okkupiert ist und es nur möglich ist von Mittwoch/Donnerstag bis Samstag/Sonntag auf die Flächen zu fahren und den Ofen zu benutzen, wollen wir nun in den nächsten drei Wochen die Arbeit ein bisschen aufteilen.

Während unsere Jungs und Kathrin exzellente Feldarbeit leisten und daran auch Freude haben, bleibe ich in Cuenca, fahre täglich an die Uni, gebe die Proben in den Exsikator, warte, wiege, schiebe sie wieder rein, warte....

Dann wird das alles in die entsprechenden Tabellen getragen, berechnet, bewertet usw.

An den Wochenenden bin ich sogar stolze Besitzerin des Institutsschlüssels und verantwortlich für das Aus- und Einschalten der Alarmanlagen... YEAH !!!

Zudem muss ich jedesmal den Securitymenschen überzeugen, dass ich nicht vorhabe die Einrichtung mitzunehmen, aber mittlerweilen klappt das auch ganz gut .

Wenn es jetzt keine ganz großen Zwischenfälle mehr gibt, hoffen wir vielleicht doch noch im Juni ein paar Tage an die Küste fahren zu können.

Von Juni bis August sind dort Buckelwale unterwegs .

Aber mal sehen...